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Artikel: Wie lange ist Wein haltbar? Der ultimative Ratgeber für geöffnete und geschlossene Flaschen

Wie lange ist Wein haltbar? Der ultimative Ratgeber für geöffnete und geschlossene Flaschen
Wein

Wie lange ist Wein haltbar? Der ultimative Ratgeber für geöffnete und geschlossene Flaschen

Wie lange ist Wein haltbar - Titelbild

Das Dilemma nach dem ersten Glas

Die Gäste sind gegangen, das köstliche Abendessen ist vorbei, und auf dem Tisch steht noch eine halbe Flasche deines Lieblingsweins. Oder vielleicht hast du dir nach einem langen Arbeitstag einfach nur ein einziges, wohlverdientes Glas gegönnt. Nun stehst du vor der Flasche und fragst dich: Was passiert mit dem Rest? Wie lange ist offener Wein überhaupt noch trinkbar, bevor er schlecht wird?

Viele Weinliebhaber kennen diese Unsicherheit und zögern deshalb oft, an einem ruhigen Abend überhaupt eine gute Flasche zu entkorken. Doch diese Sorge ist unbegründet! Wein ist glücklicherweise kein empfindliches Frischeprodukt, das über Nacht im Kühlschrank verdirbt. Im Gegenteil: Ein guter Tropfen – der durch Alkohol, Säure und Gerbstoffe auf natürliche Weise geschützt ist – verzeiht dir problemlos ein paar Tage Wartezeit.

Entscheidend ist nach dem Öffnen nur eines: Wie du mit der Flasche umgehst, um die unvermeidliche Reaktion mit dem Sauerstoff (die sogenannte Oxidation) so gut wie möglich zu verlangsamen. In diesem Ratgeber erfährst du genau, wie lange Rot-, Weiß- und Schaumweine wirklich durchhalten, warum selbst Rotwein unbedingt in den Kühlschrank gehört und mit welchen verblüffend einfachen Tricks du den Genuss deiner Weine mühelos verlängern kannst.

Offener Wein: Wie lange hält er sich im Kühlschrank?

Die wichtigste Regel gleich vorweg: Jeder geöffnete Wein gehört in den Kühlschrank! Egal, ob rot, weiß oder prickelnd – bei Temperaturen zwischen 4 und 6 °C laufen die chemischen Reaktionen, insbesondere die Oxidation durch Sauerstoffkontakt, deutlich langsamer ab.

Doch Wein ist ein Naturprodukt und extrem vielfältig. Je nach Herstellungsart (reduktiv ohne Sauerstoff oder oxidativ im Holzfass), Rebsorte und Füllstand der Flasche (je voller, desto weniger Luft) gibt es feine Unterschiede. Als Faustregel gilt:

  • Der Füllstand entscheidet mit: Eine fast volle Flasche hält sich naturgemäß länger als ein letztes, einsames Glas auf dem Flaschenboden, da weniger Sauerstoff in der Flasche ist.

  • Die natürlichen Konservierer: Viel Säure, reichlich Tannine (Gerbstoffe), ein hoher Zuckergehalt und viel Alkohol machen den Wein stabiler.

Wie lange ist Wein haltbar

Hier ist die detaillierte Übersicht für die verschiedenen Weintypen:

2.1 Leichte Weiß- und Roséweine (3–5 Tage)

Besonders fruchtbetonte, junge Weiß- und Roséweine leben von ihrer Frische und Lebendigkeit. Da sie oft sehr sauerstoffarm (reduktiv) hergestellt werden, reagieren sie empfindlich auf die plötzliche Luftzufuhr.

  • Haltbarkeit: Gut verschlossen im Kühlschrank sind sie in der Regel mindestens 3 bis 5 Tage ein Genuss.

  • Tipp: Nach 2–3 Tagen verblassen oft die ersten zarten Fruchtaromen (wie Pfirsich oder Beeren), der Wein ist aber noch absolut trinkbar. Bei säurebetonten Sorten (z. B. Riesling) kann sich die Frische sogar bis zu einer Woche halten.

2.2 Kräftige Weißweine & im Holzfass gereifte Weine (3–4 Tage)

Körperreiche Weißweine (wie ein kräftiger Chardonnay), die vielleicht sogar im Holzfass lagen und schon bei der Herstellung Kontakt mit Sauerstoff hatten, sind robuster aufgebaut. Sie „leben“ nicht nur von flüchtigen Fruchtaromen.

  • Haltbarkeit: Diese Weine überstehen locker 3 bis 4 Tage.

  • Tipp: Sie schmecken in sich oft dichter und verzeihen die Oxidation etwas besser, da sie von Natur aus vielschichtiger strukturiert sind.

    Wie lange ist Wein haltbar Weißwein Kühlschrank

2.3 Schaumweine: Sekt, Cava, Champagner (1–3 Tage)

Bei allem, was prickelt, ist der größte Feind nach dem Öffnen nicht primär der Sauerstoff, sondern der Verlust der Kohlensäure. Ein edler Champagner oder Winzersekt verliert schnell sein belebendes Mousseux.

  • Haltbarkeit: Maximal 1 bis 3 Tage.

  • Wichtig: Ein einfacher Prosecco Frizzante (mit weniger Kohlensäurendruck) wirkt oft schon am nächsten Tag schal. Hochwertige, traditionelle Flaschengärungen halten den Druck etwas besser.

2.4 Dessert- & Süßweine (1–2 Wochen)

Wenn du edelsüße Weine (Dessertweine) liebst, hast du es bei der Lagerung am einfachsten.

  • Haltbarkeit: 1 bis 2 Wochen, oft sogar noch länger.

  • Warum so lang? Der extrem hohe Zuckergehalt und oft auch ein höherer Alkoholgehalt wirken wie ein massiver, natürlicher Schutzschild gegen den Verfall.

Der Rotwein-Mythos: Darf offener Rotwein in den Kühlschrank?

Wenn es um angebrochenen Rotwein geht, hält sich ein Mythos besonders hartnäckig: „Rotwein gehört auf gar keinen Fall in den Kühlschrank, sondern bleibt bei Zimmertemperatur auf der Küchentheke stehen.“ Das ist schlichtweg falsch. Wenn du möchtest, dass dein Rotwein auch am nächsten Tag noch schmeckt, führt an der Kühlschranktür kein Weg vorbei.

Wie lange ist Wein haltbar Rotwein Kühlschrank

Der Grund dafür ist reine Chemie: Sobald der Korken gezogen ist, reagiert der Wein mit dem Sauerstoff in der Luft. Bei den warmen 20 bis 22 °C in unseren modernen Wohnzimmern verfliegen die feinen Aromen rasend schnell, und der Wein fängt an zu oxidieren (er wird flach, müde und schmeckt im schlimmsten Fall irgendwann nach Essig). Die niedrigen Temperaturen im Kühlschrank wirken wie eine Zeitlupe auf diesen Verfallsprozess.

Die Sommelière-Regel für Rotwein Tatsächlich ist Rotwein im geöffneten Zustand oft sogar etwas robuster als Weißwein. Er kommt bereits während der Herstellung häufiger mit Sauerstoff in Berührung und bringt ein natürliches Schutzschild mit: die Tannine (Gerbstoffe) aus den Traubenschalen.

  • Leichte Rotweine (wie ein Spätburgunder/Pinot Noir) mit weniger Tanninen halten sich gut verschlossen im Kühlschrank etwa 2 bis 3 Tage.

  • Kräftige, tanninreiche Rotweine (wie ein Cabernet Sauvignon oder körperreiche, sonnenverwöhnte Bio-Rotweine aus Zypern) stecken den Sauerstoffkontakt problemlos weg. Oft profitieren sie sogar davon, weil sie durch die Luft etwas weicher und zugänglicher werden. Solche Weine überleben im Kühlschrank gut und gerne 4 bis 7 Tage. Profis sagen sogar: Ein wirklich gut gemachter Wein muss im Kühlschrank mindestens eine Woche durchhalten!

Der entscheidende Profi-Tipp für den nächsten Tag: Natürlich schmeckt eiskalter Rotwein nicht, da die Kälte die Aromen verschließt und die Tannine hart und bitter wirken lässt. Die Lösung ist denkbar einfach: Nimm die Flasche einfach 15 bis 20 Minuten vor dem Genuss aus dem Kühlschrank. So kann sich der Wein im Glas ganz entspannt wieder auf seine ideale Trinktemperatur (ca. 16 bis 18 °C) erwärmen und seine volle Pracht entfalten.

Richtig verschließen: Vom Korken-Trick bis zum High-Tech-System

Die Kälte im Kühlschrank verlangsamt die Alterung, aber der zweite entscheidende Faktor ist der Sauerstoff. Je weniger neue Luft an den Wein kommt, desto besser. Doch wie verschließt man eine angebrochene Flasche eigentlich optimal? Hier scheiden sich oft die Geister – von einfachen Hausmitteln bis hin zu teurem Equipment.

Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse aus der Sommelier-Praxis:

Der Korken-Trick: Bitte nicht umdrehen!

Es ist ein echter Klassiker in vielen Haushalten: Man zieht den Korken aus der Flasche und dreht ihn danach einfach um, weil die saubere, obere Seite scheinbar viel leichter wieder in den Flaschenhals gleitet. Ein großer Fehler! Die Außenseite des Korkens war beim Winzer oder im Weinkeller oft über Jahre hinweg Staub, Schmutz oder sogar leichten Kellermikroben ausgesetzt. Steckst du diese Seite nun in den Wein, riskierst du Verunreinigungen und Geschmacksverfälschungen. Die Sommelière-Regel lautet daher: Den Original-Korken immer genau in der Original-Position wieder in die Flasche drücken. Alternativ eignen sich einfache, gut abdichtende Silikonverschlüsse hervorragend für den Alltag.

Vakuumpumpen: Sinnvoll oder Stress für den Wein?

Wie lange ist Wein haltbar Rotwein Mythos

Im Handel gibt es unzählige Vakuumpumpen, die den restlichen Sauerstoff aus der Flasche saugen sollen. Das klingt in der Theorie logisch, hat in der Praxis aber einen Haken: Beim Abpumpen der Luft ziehst du nicht nur den Sauerstoff, sondern auch die feinen, flüchtigen Duft- und Aromastoffe des Weins aus der Flasche. Für den normalen Haushaltsgebrauch raten viele Experten von diesen Pumpen ab, da sie nur unnötige Unruhe in den Wein bringen.

Das Umfüll-Dilemma

Oft liest man den Tipp, den restlichen Wein einfach in eine kleinere Flasche (z. B. eine 0,375-Liter-Flasche) umzufüllen. Die Idee dahinter: Eine kleine, volle Flasche enthält weniger Sauerstoff als eine große, halbleere. Das Problem dabei ist der Vorgang selbst. Beim Umschütten wird der Wein extrem aufgewirbelt und „tankt“ noch einmal eine massive Dosis Sauerstoff (ähnlich wie beim Karaffieren). Das beschleunigt die Oxidation oft mehr, als es nützt.

Die High-Tech-Lösung für Premium-Weine

Wenn du sehr hochwertige, reife Tropfen – wie einen exklusiven Bio-Commandaria oder Premium-Rotwein aus Zypern – über Wochen hinweg glasweise genießen möchtest, lohnt sich ein Blick auf professionelle Schutzgas-Systeme (wie Coravin). Hierbei wird der Korken gar nicht erst gezogen. Eine hauchdünne Nadel sticht durch den Korken, entnimmt den Wein und füllt den Hohlraum sofort mit neutralem Argongas auf. So kommt der Wein niemals mit Sauerstoff in Berührung und hält sich monatelang in absoluter Bestform.

Woran erkenne ich, dass der Wein schlecht ist?

Nach ein paar Tagen im Kühlschrank stellt sich unweigerlich die Frage: Ist der Wein noch gut, oder sollte ich ihn besser wegschütten? Die gute Nachricht zuerst: Ein Wein, der ein paar Tage offen war, macht dich nicht krank. Er verändert sich lediglich chemisch und verliert im schlimmsten Fall seinen Genusswert.

Doch woran erkennt man, dass dieser Punkt erreicht ist? Vergiss komplizierte Regeln – verlass dich einfach auf deine eigenen Sinne. Hier sind die deutlichsten Anzeichen dafür, dass dein Wein nicht mehr zu retten ist:

1. Der Geruchstest: Essig oder Sherry?

Der erste und wichtigste Indikator ist deine Nase. Wenn ein Wein zu lange mit Sauerstoff in Kontakt war, passiert im Wesentlichen eines von zwei Dingen:

  • Starke Oxidation: Der Wein verliert seine frischen, fruchtigen Aromen komplett. Weißweine riechen plötzlich dumpf, schwer und erinnern stark an Sherry oder überreife Nüsse.

  • Essigsäurebakterien: Wenn diese Bakterien den Alkohol im Wein abbauen und in Essigsäure umwandeln, sticht dir ein scharfer, beißender Essiggeruch in die Nase. In diesem Fall ist der Wein definitiv "gekippt".

2. Der Geschmackstest: Müde und flach

Wenn der Geruch noch unauffällig ist, nimm einen kleinen Schluck. Hat der Wein abgebaut, wirkt er im Mund extrem "müde". Die spritzige Säure fehlt, er schmeckt hohl, struktur- und kraftlos. Manchmal tritt auch eine unangenehme, metallische oder bittere Note in den Vordergrund, während von den ursprünglichen Traubenaromen nichts mehr übrig ist.

3. Die Optik: Trübungen und Verfärbungen

Besonders bei Weißweinen und Rosé kannst du die Oxidation oft schon mit dem Auge erkennen. Ein frischer, heller Wein nimmt nach einigen Tagen an der Luft oft eine bräunliche, ins Gelbliche spielende Färbung an.

Wie lange ist Wein haltbar Apfeltest

Der "Apfel-Test": Deine persönliche Schmerzgrenze

Ab wann ein Wein nicht mehr schmeckt, ist oft auch eine sehr subjektive Entscheidung. Experten vergleichen das gerne mit einem aufgeschnittenen Apfel: Lässt man einen Apfel einige Zeit liegen, wird die Schnittfläche durch den Sauerstoff braun. Manche Menschen stört diese rein optische und leicht geschmackliche Veränderung überhaupt nicht, und sie beißen herzhaft hinein. Andere schneiden die braune Schicht sofort ab.

Genau so ist es beim Wein: Während der eine den leichten Verlust der Primärfrucht am dritten Tag schon als störend empfindet, findet ein anderer den Wein vielleicht gerade dann besonders spannend, weil er an der Luft weicher und zugänglicher geworden ist. Vertraue also auf deinen eigenen Gaumen!

Weinreste clever weiterverwenden

Es passiert selbst den besten Gastgebern: Die Flasche war ein paar Tage zu lange im Kühlschrank, der Wein hat seine spritzige Frische verloren und der erste Schluck verrät unmissverständlich, dass er als abendlicher Begleiter auf der Couch ausgedient hat. Doch bevor du diesen edlen Tropfen nun mit schlechtem Gewissen im Ausguss entsorgst, halt kurz inne!

Wein, der zum reinen Trinken nicht mehr die nötige Struktur aufweist, ist in der Küche immer noch eine absolute Wunderwaffe. Die verbliebene Säure, die Fruchtaromen und auch die leichten Oxidationsnoten (die im Glas stören würden) verleihen vielen Gerichten eine unglaubliche Tiefe.

Hier ist der ultimative Sommelier-Trick, um keinen Tropfen mehr zu verschwenden: Friere die Reste einfach ein!

Wie lange ist Wein haltbar Weinreste

Der Eiswürfel-Hack für die schnelle Küche

Wenn du absehen kannst, dass du den restlichen Wein in den nächsten Tagen nicht mehr austrinken wirst, schnapp dir eine handelsübliche Eiswürfelform aus Silikon.

  1. Gieße den restlichen Wein (egal ob rot oder weiß) in die Fächer.

  2. Friere ihn über Nacht ein.

  3. Fülle die gefrorenen Wein-Würfel am nächsten Tag in einen Gefrierbeutel um.

Warum das so genial ist: Du hast ab sofort perfekt portionierte „Geschmacks-Booster“ jederzeit griffbereit.

  • Für Weißwein-Würfel: Wenn du das nächste Mal ein cremiges Zitronen-Risotto oder eine helle Sahnesauce für Fisch und Geflügel zubereitest, wirf einfach ein oder zwei Eiswürfel direkt in die heiße Pfanne. Der Alkohol verkocht sofort, aber die feine Säure und das Aroma bleiben erhalten und heben das Gericht auf ein neues Level.

  • Für Rotwein-Würfel: Kräftige, tanninreiche Rotwein-Würfel eignen sich hervorragend, um dunkle Bratensaucen, herzhafte Eintöpfe (wie ein Gulasch) oder eine klassische Bolognese abzulöschen und geschmacklich abzurunden.

Auch für aromatische Marinaden für Grillfleisch oder als Basis für ein herbstliches Rotweindressing lassen sich die Reste hervorragend verwenden. So wird aus einem vermeintlich "schlechten" Wein im Handumdrehen eine kulinarische Geheimzutat!

Wie lange ist geschlossener Wein haltbar?

Es ist ein schöner Gedanke: Man kauft eine Kiste Wein, vergisst sie für zehn Jahre im Keller und holt sie dann als gereiften Spitzentropfen wieder hervor. Doch die Realität sieht oft anders aus. Nicht jeder Wein ist dafür gemacht, ewig zu lagern. Tatsächlich werden die meisten Weine heutzutage so ausgebaut, dass sie ihre perfekte Trinkreife bereits haben, wenn sie auf den Markt kommen.

Ob eine geschlossene Flasche Wein nach Jahren noch ein Genuss ist oder längst ihre beste Zeit hinter sich hat, hängt von zwei Hauptfaktoren ab: der Qualität des Weines und den Lagerbedingungen.

Der Preis-Leitfaden: Wann trinken, wann lagern?

Wie lange ist Wein haltbar - Triptychon-Vergleich

Eine gute Orientierungshilfe bietet hier der Preis und der Anspruch des Weines:

  • Alltagsweine (unter 10 Euro): Diese Weine sind auf Fruchtigkeit und sofortigen Genuss ausgelegt. Ihre schönste Zeit liegt in den ersten ein bis zwei Jahren nach der Abfüllung. Danach werden sie nicht unbedingt schlecht, verlieren aber spürbar an Frische und Jugendlichkeit.

  • Premium-Weine & edle Tropfen: Hochwertige Weine, die mit viel Sorgfalt, geringen Erträgen und oft im Holzfass ausgebaut wurden (wie exklusive Bio-Weine oder große Bordeaux), haben ein enormes Potenzial. Sie können problemlos 5 bis 10 Jahre, absolute Spitzenweine sogar Jahrzehnte lagern und entwickeln in dieser Zeit wunderbar komplexe Reifearomen.

Die 4 natürlichen Konservierungsstoffe des Weins

Warum kann der eine Wein 20 Jahre lagern und der andere nur zwei? Die Antwort liegt in der Struktur des Weines. Je mehr er von folgenden Bausteinen besitzt, desto länger ist er haltbar:

  1. Tannine (Gerbstoffe): Sie stammen aus den Traubenschalen, den Kernen und dem Ausbau im Holzfass. Tannine wirken als natürliches Antioxidans und schützen den Wein (besonders kräftige Rotweine) vor dem Verfall.

  2. Säure: Sie ist das Rückgrat vieler Weißweine. Ein hochwertiger Riesling mit knackiger Säure kann erstaunlich lange reifen und behält dabei seine Frische.

  3. Zucker: Das Geheimnis der Langlebigkeit von Süß- und Dessertweinen. Hoher Zuckergehalt wirkt stark konservierend – edelsüße Tropfen können teils über 50 Jahre alt werden.

  4. Alkohol: Auch Alkohol stabilisiert den Wein. Aufgespritete Weine wie Portwein oder Sherry sind extrem robust.

Die goldenen Regeln für den Weinkeller

Selbst der beste Wein mit dem höchsten Lagerpotenzial kippt, wenn er falsch aufbewahrt wird. Wenn du Flaschen über Jahre aufheben möchtest, solltest du auf diese Bedingungen achten:

  • Temperatur: Konstant und kühl, idealerweise zwischen 10 und 14 °C. (Starke Temperaturschwankungen stressen den Wein extrem).

  • Dunkelheit: UV-Licht schadet dem Wein und lässt ihn schneller altern.

  • Luftfeuchtigkeit: Sollte bei Naturkorken nicht zu niedrig sein (ideal sind 60-80 %), da der Korken sonst austrocknet, schrumpft und unerwünscht viel Sauerstoff in die Flasche lässt.

  • Liegend lagern: Das gilt nur für Flaschen mit Naturkorken! So bleibt der Korken von innen feucht. Flaschen mit Schraubverschluss oder Glaskorken können problemlos stehen.

Fazit: Entspannt genießen und Neues entdecken

Wie lange ist Wein haltbar - perfektes Gefühl

Du siehst also: Die Sorge vor dem „schlechten“ Wein nach dem ersten Glas ist in den allermeisten Fällen völlig unbegründet. Wein ist ein lebendiges, aber eben auch ein erstaunlich robustes Naturprodukt. Wenn du dir einfach merkst, dass der Kühlschrank der beste Freund jeder angebrochenen Flasche ist – ja, auch beim Rotwein! – und du beim Testen auf deinen eigenen Geruchs- und Geschmackssinn vertraust, steht dem entspannten Genuss absolut nichts mehr im Wege.

Lass dich also in Zukunft nicht davon abhalten, eine besondere Flasche zu entkorken, auch wenn du dir an einem ruhigen Dienstagabend nur ein einziges, feines Glas gönnen möchtest. Notfalls wandert der Rest eben als genialer Eiswürfel-Aromabooster in dein nächstes Risotto. Das Leben ist schließlich zu kurz, um guten Wein aufzusparen und nicht zu genießen!

Bist du auf den Geschmack gekommen? Dann ist jetzt der perfekte Moment, um deine Hausbar oder deinen Weinkeller mit echten Raritäten aufzuwerten. Entdecke in unserem Shop unsere handverlesene Auswahl an exklusiven Premium- und Bio-Weinen aus Zypern.

Egal, ob du einen fruchtigen, sonnenverwöhnten Begleiter für die nächsten Tage suchst oder einen charakterstarken, tanninreichen Rotwein mit großem Lagerpotenzial – bei Exclusive Food findest du Tropfen abseits der Massenware, die garantiert für unvergessliche Genussmomente sorgen. Zum Wohl!

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Hast du noch einen schnellen Zweifel, bevor du den Korkenzieher ansetzt? Hier beantworten wir die häufigsten Fragen rund um das Thema Weinhaltbarkeit kurz und knackig:

Kann Wein schlecht werden?

Ja, Wein kann "schlecht" werden – allerdings nicht in dem Sinne, dass er gesundheitsschädlich wird oder man davon krank wird (wie etwa bei verdorbenem Fleisch oder Milch). Wenn Wein kippt, leidet lediglich der Genuss. Durch zu viel Sauerstoff oxidiert er, verliert seine Fruchtaromen und riecht im Endstadium durch Essigsäurebakterien beißend nach Essig. Er ist dann schlichtweg ungenießbar, aber nicht giftig.

Wie lagere ich Weinflaschen richtig?

Das hängt davon ab, ob die Flasche bereits offen ist oder nicht:

  • Geöffnete Flaschen: Immer gut verschlossen (mit dem Original-Korken richtig herum) in den Kühlschrank stellen – das gilt ausdrücklich auch für Rotwein!

  • Geschlossene Flaschen: Möchtest du Weine über Jahre aufbewahren, mögen sie es dunkel, erschütterungsfrei und bei einer konstanten Temperatur zwischen 10 und 14 °C. Wichtig: Flaschen mit Naturkorken müssen liegend gelagert werden, damit der Korken nicht austrocknet.

Was ist ein Korkschmecker?

Viele Menschen glauben fälschlicherweise, ein Wein hätte einen "Korkschmecker", weil er zu lange oder falsch gelagert wurde. Das ist ein Irrtum! Der typische Korkfehler (ein muffiger Geruch, der an nasse Pappe oder einen feuchten Keller erinnert) hat absolut nichts mit dem Alter des Weins zu tun. Es handelt sich dabei um einen chemischen Fehler (TCA) im Korken selbst, der schon beim Verschließen der Flasche auf dem Weingut vorhanden war.

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